Krieg gegen den Wiederaufbau – Bankrott der Falken

Posted on 26th Oktober 2010 in News

“Und was macht Israel jetzt im Libanon? Die Hisbollah hat zwei israelische Soldaten entführt. Israels Antwort war ein Krieg gegen Brücken, Flughäfen, Häfen, Straßen und Fabriken: gegen den Wiederaufbau Libanons, der die Grundlage jedes friedlichen Projekts im Lande wäre. Israel wirft Bomben auf die Infrastruktur, aber auch auf Radaranlagen der libanesischen Armee. Damit beseitigt Israel de facto den Staat, der durch die Hisbollah schon genug Schaden genommen hat. Dieser Staat scheint nun schwach und ohne Autorität zu sein. Wenn die Friedensbemühungen auf der anderen Seite kein Echo finden, erscheint Frieden als ein hohler Begriff und Krieg als die letztlich unausweichliche Realität. Israels Luftwaffe hat auch zahllose zivile Gebäude zerstört. In Zabqin kam eine dreizehnköpfige Familie ums Leben, in Marwahin beschoss ein Helikopter mit eindeutigen Befehlen der Armeeführung ein Fahrzeug, in dem Vertriebene unterwegs waren, und tötete 21 Menschen. Tagtäglich kommt es zu Massakern: in Tyros, Aitarun, Srifa, Al Qleile, in Kasernen der libanesischen Armee sowie in den südlichen Vorstädten von Beirut, die mit Tonnen von Bomben beworfen wurden. Alle Opfer waren Zivilisten. Man argumentierte, dass die Hisbollah ihre Raketen unter den Bewohnern verstecke – also auch in Privatwohnungen in 14stöckigen Gebäuden. Ist es vorstellbar, dass die Hisbollah vor den Augen der Bewohner ihre Katjuschas in Häusern einlagert? Auf der Suche nach diesen angeblichen Raketen bombardierte Israel auch LKW, die als Medikamententransporte ausgewiesen waren. Wie können solche angeblichen Fehler sich dermaßen häufen? Können wir bei solchen Gräueln gute Absichten unterstellen, abgesehen davon, dass sie gegen die Genfer Konvention verstoßen? Dienen solche Verstöße der Demokratie und dem Weltfrieden?

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